Schulden der öffentlichen Haushalte: 2 oder 6 Billionen?

Der Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen hat eine Summe von über sechs Billionen Euro errechnet.
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Experte-Staatsverschuldung-deutlich-groesser_aid_835005.html
Raffelhüschen rechnet zur Gesamtverschuldung oder "Nachhaltigkeitslücke" auch jene finanziellen Rücklagen hinzu, die der Staat eigentlich bilden müsste, um die künftigen Ausgaben finanzieren zu können - beispielsweise Pensionen für Beamte. "Vor allem versprechen wir mehr Sozialleistungen, als wir uns in Zukunft werden leisten können"

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Öffentliche Schulden nun bei fast zwei Billionen Euro

Die Schulden der öffentlichen Haushalte in der Bundesrepublik sind 2010 so stark gestiegen wie nie zuvor: Der Schuldenstand betrug Ende vergangenen Jahres fast zwei Billionen Euro - 304,4 Milliarden Euro oder 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit. Dies war der höchste absolute Schulden-Zuwachs innerhalb eines Jahres seit Bestehen der Statistik. Die Pro-Kopf-Verschuldung stieg damit auf nunmehr 24.450 Euro. Diesen Artikel weiter lesen

Die vorläufigen Zahlen umfassen die Kreditmarktschulden und Kassenkredite und beziehen sich auf die Kernhaushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie die jeweiligen Extrahaushalte. Zu dem Anstieg trugen demnach wesentlich die im Jahr 2010 neu gegründeten Bad Banks bei: So ließen allein die Übertragung von Risikopapieren der Hypo Real Estate in die FMS Wertmanagement sowie die Stützungsmaßnahmen der Ersten Abwicklungsanstalt für die WestLB den Schuldenstand zum Jahresende um 232,2 Milliarden Euro steigen.

Die Schulden des Bundes wuchsen bis Ende 2010 auf gut 1,28 Billionen Euro - das ist ein Plus von 230,3 Milliarden oder 21,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den Zahlen enthalten sind unter anderem die Schulden der FMS Wertmanagement (189,6 Milliarden Euro), des Sondervermögens Finanzmarktstabilisierungsfonds (28,6 Milliarden Euro) sowie des Investitions- und Tilgungsfonds (14,0 Milliarden Euro), die zur Bewältigung der Finanzmarktkrise gegründet wurden. Die Länder waren Ende Dezember 2010 mit gut 595,3 Milliarden Euro verschuldet (plus 13 Prozent), die Gemeinden und Gemeindeverbände mit knapp 119,4 Milliarden Euro (plus 4,9 Prozent).

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