Mallorca-Immobilien: Schwache Nachfrage bei großem Angebot

Zum Hypothekenwert zurückgenommene Wohnungen minderer Qualität aus Baupleiten versuchen die Banken jetzt los zu werden. Die Immobilienmakler sind Unglücklich über die neue Konkurrenz. "Wenn Interessenten zur Bank gehen und eine Hypothek beantragen, werden sie von dieser gleich als potenzielle Kunden abgefangen".

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Immobilien auf Mallorca: Nach unten ist noch immer Luft

Bestandsaufnahme nach zwei Krisenjahren: Vor allem auf dem heimischen Immobilienmarkt ist die Preisanpassung noch nicht zu Ende

Noch stehen die Kräne still. Noch müssen unverkaufte Immobilien aus den Boomzeiten von Mallorcas Immobilienmarkt      an den Mann gebracht werden.

Noch stehen die Kräne still. Noch müssen unverkaufte Immobilien aus den Boomzeiten von Mallorcas Immobilienmarkt an den Mann gebracht werden.  Foto: Ramón

Auf dem spanischen Immobilienmarkt ist die Krise noch lange nicht ausgestanden. Der Wirtschafts­wissenschaftler Pep Aguiló von der Balearen-Universität (UIB) geht davon aus, dass die Preise auch zwei Jahre nach Ausbruch der Wirtschaftskrise noch weiter fallen werden. „Spanienweit haben wir erst die Hälfte des Weges ­geschafft", sagt er. Auf den Balearen seien die Aussichten zwar dank des internationalen Marktes mit hochpreisigen und hochwertigen Immobilien etwas besser. „In diesem Segment kann man quasi am Horizont schon das Ende der Krise ausmachen." Ansonsten aber sei die Lage auch auf den Inseln weiter schwierig.

Wo früher Häuser und Wohnungen zweistellige Preissteigerungen pro Jahr hinlegten, mussten nach dem Platzen der Immobilienblase die Verkaufspreise auf breiter Front nach unten korrigiert werden. Es ist eine Korrektur, die ungleichmäßig verlief und je nach Segment unterschiedlich stark ausfiel. Aguiló geht davon aus, dass die Preise seit Ausbruch der Krise auf den Balearen um acht bis neun Prozent pro Jahr gefallen sind. Insgesamt liege das bisherige Minus bei den Immobilienpreisen auf den Inseln bei 16 bis 20 Prozent. Auch die Immobilienbewertungsgesellschaft Tinsa schätzt in einem am 9. November veröffentlichten Bericht, dass die Wohnungspreise auf den Balearen insgesamt um 17,7 Prozent seit Krisenausbruch zurückgegangen sind. Die spanische Regierung machte im Oktober das Minus auf den Inseln seit 2008 bei 15 Prozent fest.

Ende 2008 wurde noch versucht, die Preise zu halten, 2009 gerieten sie in Bewegung, 2010 ins Rutschen. Besonders dramatisch ging dieser Prozess bei Neubauwohnungen in Urbanisationen vonstatten. Hier fielen die Preise laut Aguiló im Schnitt zwischen 15 und 18 Prozent pro Jahr.
Für die begehrten Immobilien an der Küste hingegen hat der Wirtschaftswissenschaftler der UIB nur einen durchschnittlichen Preisrückgang von jährlich rund 5 Prozent ausgemacht. Vor allem die vorwiegend von Ausländern nachgefragten höherklassigen Objekte in guten Lagen wie zum Beispiel in erster Meereslinie seien nur geringfügig von der Preisanpassung betroffen gewesen. Aguiló bestätigt damit die Einschätzung bekannter ausländischer Immobilienunternehmer.

Entsprechend hat sich auch das Verhalten der Käufer verändert. Akzeptiert werden nur noch Objekte, bei denen der Interessent alle Wünsche erfüllt sieht (siehe Interview S. 6), andernfalls werden zuweilen hohe Preisnachlässe ausgehandelt. Dass die Statistiken mitunter ungenau ausfallen, liegt auch daran, dass der in offiziellen Zahlen nicht berücksichtigte Schwarzgeldanteil bei Immobiliengeschäften (Unterverbriefung) starken Schwankungen unterworfen war. Während vor der Einführung des Euros als Bargeld im Jahr 2000 die Käufer noch einmal kräftig unter die Matratze langten, um ihre Peseten loszuwerden und damit den Boom weiter befeuerten, dürfte danach der Anteil an dinero negro wegen der immer strengeren Kontrollen der Steuerbehörden kontinuierlich zurückgegangen sein.

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